Freunde und Förderer des Nationaltheaters Mannheim

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Oktober 2023 - Rafael Helbig-Kostka und Akira Nakamura

BEGEGNUNG MIT RAFAEL HELBIG-KOSTKA UND AKIRA NAKAMURA AM MITTWOCH, 11. OKTOBER 2023, 20.00 UHR IN DER LOBBY WERKHAUS
BEGEGNUNG MIT RAFAEL HELBIG-KOSTKA UND AKIRA NAKAMURA AM MITTWOCH, 11. OKTOBER 2023, 20.00 UHR IN DER LOBBY WERKHAUS

Die Freunde und Förderer luden zum ersten Mal in der neuen Spielzeit zu einem „Begegnungs“-Abend in die Lobby Werkhaus ein.
Unsere Gäste waren der Tenor Rafael Helbig-Kostka, der zurzeit als Ferrando in „Cosi fan Tutte" zu hören und zu sehen ist, und der neue Solorepetitor Akira Nakamura. Moderiert wurde der kurzweilige Abend von Opernintendant Albrecht Puhlmann.

Rafael Helbig-Kostka wurde in Deutschland geboren und ist in Kalifornien aufgewachsen. Seine Eltern sind deutscher und polnischer Herkunft. Sein Name, so weiß der charmante Tenor zu erzählen, ist ein Künstlername, der sich aus dem Nachnamen seiner Tante, die als letzte in der Familie musikalisch-künstlerisch tätig war und die er sehr geschätzt hat sowie dem Mädchennamen seiner Mutter (Würfel, polnische Übersetzung: Kostka) zusammensetzt. 
Im Alter von 10 Jahren kam Rafael Helbig-Kostka in einen Knabenchor. Der Chorleiter an seiner Grundschule, der auch als Opernsänger aktiv war, erkannte schnell die Begabung des Jungen und förderte ihn. Auch seine Fähigkeiten konnten von ihm weiterentwickelt werden und so begleitete er Helbig-Kostka über 9 Jahre, bis dieser mit dem Gesangsstudium begann. Zum Abschluss der ersten Gesprächsrunde präsentierte der Tenor, am Piano begleitet von Akira Nakamura, eine amerikanische Volksweise, die von einem Seemann erzählt, der sich nach der Heimat sehnt: „Ten Thousand Miles Away“.

Akira Nakamura wurde in Tokio in Japan geboren und ist seit 2015 in Deutschland, wo er bereits am Theater Osnabrück und am Staatstheater Wiesbaden als Korrepetitor tätig war. Er hat lange Zeit in London gelebt, da sein Vater dort eine Anstellung hatte. Hier besuchte er sechs Jahre die Musikschule. In Tokio studierte er dann Komposition und Orchesterdirigieren. Nach seinem Abschluss war Wien die nächste Station, wo er mit dem Korrepetition-Studium begann. Hier kam er auch mit einem umfangreichen Repertoire in Berührung und so zählen heute rund 20 Opern zu seinem Portfolio. In Wiesbaden lernte Nakamura u.a. alle gängigen Wagner-Opern kennen. Eine neue Oper kann er, so erzählt Nakamura, in rund einer Woche einstudieren: „Ich will noch viele schöne Stücke kennenlernen und freue mich besonders auf „Ariadne auf Naxos“ und die kommenden Premieren am Nationaltheater.“ Sein Ziel, Komponist zu werden, hat er allerdings noch nicht aufgegeben.
Als Nebenfach hat Nakamura auch Gesang studiert. „Nicht, weil ich ein guter Sänger bin, oder werden will, aber so verstehe ich die Sänger besser und kann auf sie eingehen“, so schildert er seine Vorgehensweise bei der Arbeit mit den Solist*innen bei der Oper.
Seine bisher schwierigste Einstudierung war „Elektra“ von Richard Strauß und so wird auch „Ariadne auf Naxos“ eine ganz besondere Herausforderung für ihn, auf die er sich aber sehr freut.

Albrecht Puhlmann bringt seine ganz besondere Freude über den Neuzugang Rafael Helbig-Kostkazum Ausdruck, ist er doch der lange ersehnte Lyrische Tenor für die italienischen Werke. Helbig-Kostka, der ja vom Staatstheater Meiningen nach Mannheim gekommen war, kennt das italienische Fach aus Wiesbaden und Meiningen sehr gut. So hat er unter anderem „Cosi fan Tutte“, „Turandot“, „La Traviata“, „La Bohème“ und „Don Pasquale“  bereits in seinem Repertoire, darüber hinaus natürlich auch weitere Partien seines Fachs. Als nächstes musikalisches Zwischenspiel folgte der „Lagunenwalzer“ aus „Eine Nacht in Venedig“ von Johann Strauß. In Mannheim wird Rafael Helbig-Kostka auch bald in die Operette einsteigen und als Alfred in der „Fledermaus“ von Johann Strauß debütieren.
Puhlmann wollte noch wissen, ob Helbig-Kostka ein schneller Lerner sei. Dieser beschrieb sich schmunzelnd als „dummer Sänger“, der schlecht lernt, denn „wenn ich jetzt sage ich lerne schnell, bekomme ich nur schwere Partien und habe Zeitdruck...“ .
Der krönende musikalische Abschluss bildete eine Arie aus Mozarts „La Clemenza di Tito“.
Die knapp 50 Besucher*innen dieser ersten „Begegnung“ in der neuen Spielzeit waren begeistert von dem Tenor, der sich als überzeugter Neu-Mannheimer und interessiertes Neumitglied des NTM-Ensembles präsentiert hat sowie dem sympathischen Korrepetitor Akira Nakamura, der am Nationaltheater noch viel vor hat.

Text und Fotos: Thomas Henne

 

Die Begegnung in Bildern