Freunde und Förderer des Nationaltheaters Mannheim

Site name

Begegnung 20.03.2019 Begegnung mit Amelia Scicolone

April 2019 - Begegnung mit dem Stadtensemble


Begegnung 10.04.2019
Begegnung mit dem Stadtensemble

Die Bürgerbühnenbewegung begann vor einigen Jahren in Dresden, in Mannheim wurden unter der Intendanz von Burkhard Kosminski erste Inszenierungen durchgeführt. Unter der Intendanz von Christian Holtzhauer kam es zur Gründung des Stadtensembles, die Leitung liegt bei Beate Anna Schmutz, die sich mit einigen Mitspielern den Freunden vorstellten. Im Unterschied zur Bürgerbühne handelt es sich bei dem Stadtensemble um eine Gruppe, die nicht nur für eine Produktion sondern über längere Zeit zusammenbleibt. Die Zusammensetzung soll ein Spiegel der Mannheimer Gesellschaft sein in Bezug auf Herkunft, Geschlecht, Religion und Alter. Wegen des hohen Anteils an Mitspielern, die sich nicht Schauspieler sondern Alltagsspezialisten nennen, standen in den ersten beiden Produktionen vor allem Fragen nach der Identität im Vordergrund. In weiteren geplanten Produktionen werden aktuelle politische Fragen (z.B. Ost-West) aufgenommen. In den Produktionen kommt es absichtlich teilweise zu enger körperlicher Nähe, was für Zuschauer  und  Akteure ungewohnte Situationen heraufbeschwört und vor allem auf Seiten der Zuschauer oft zu Verunsicherungen führt. Die Mitglieder des Stadtensembles üben aktiv das Verhalten, das von einer Akteurin als „ kalter performativer Zustand“ bezeichnet wurde. Im Gespräch mit Christian Holtzhauer definierte Beate Anna Schmutz ihre Arbeit als eine Ergänzung der traditionellen Sparten. Eindrucks volle Auszüge aus dem ersten Programm der Gruppe rundeten den informativen Abend ab.

Begegnung 20.03.2019 Begegnung mit Amelia Scicolone

März 2019 - Begegnung mit Amelia Scicolone


Begegnung 20.03.2019
Begegnung mit Amelia Scicolone

Ihr glanzvoller Auftritt als Eurydike in Orpheus in der Unterwelt war allen Freunden noch frisch im Gedächtnis als sich die Sängerin im Gespräch mit Intendant Albert Puhlmann ( in Hochform ) zur Begegnung vorstellte. Die Rolle der am Ende selbstsicheren Figur der Eurydike stimmt in vielem mit ihrer Person überein, die andererseits nicht den gängigen Clichés italienischer Frauen entspricht. Sie ist nicht romantisch („Ich habe auf zu vielen Hochzeiten gesungen“) und führt keine langen Telefongespräche. Ihre Entwicklung ist stark vom Schicksal ihrer musikaffinen Familie geprägt, deren Leben sich zwischen Sizilien und der Schweiz abspielt. Nach Soloauftritten im Kirchenchor und Ausflügen in die Popmusik erfolgte die formale Ausbildung für klassischen Gesang in Basel. Was die Zuschauer von der Bühne kennen, bestätigte Amelia Scicolone eindrucksvoll im Gespräch und in ihren Darbietungen. Sie identifiziert sich immer mit ihren Rollen, sie singt und spielt was sie fühlt, sie versucht immer, authentisch zu sein. Bei der Wahl zwischen Pamina und der Königin der Nacht fällt die Entscheidung für die „Königin“, die ihrem Temperament näher liegt. Vorbilder sind Edita Gruberova, als eine Wunschpartie nannte sie Lucia di Lammermoore. Bei der Diskussion über die Voraussetzungen für die Operette war es interessant, zu erfahren, dass es neben dem Einsingen auch noch ein Einsprechen gibt. Musikalisch wurde die Sängerin von Matteo Pirola begleitet. Neben drei Liedern (Verdi, Franz Liszt und Richard Strauß) präsentierte Amelia Scicolone in hinreißender Darbietung die Arie der Zerbinetta aus Ariadne auf Naxos.